Was du nie vor der Besichtigung zahlen solltest
Wenn du die Wohnung nicht gesehen hast, solltest du nicht dafür gezahlt haben. Hier steht, unter welchen Namen Betrüger eine Vorauszahlung tarnen, was nach der Besichtigung üblich ist und wie du sicher zahlst.
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Es gibt eine Regel, die mehr Mietbetrug stoppt als jede andere: Zahle nichts für eine Wohnung, die du nicht gesehen hast. Auch Betrüger kennen diese Regel und geben der Zahlung deshalb einen neuen Namen. Hier stehen die Namen, auf die du achten musst, was tatsächlich üblich ist und wie du sicher zahlst, wenn es so weit ist.
Zahlungen, die nie vor einer Besichtigung kommen sollten
Egal, wie die Zahlung heißt: Verlässt das Geld dein Konto, bevor du oder jemand, dem du vertraust, in der Wohnung gestanden hat, behandle es als Betrug.
- Reservierungsgebühr. „Um sie vom Markt zu nehmen, während du eine Besichtigung organisierst.“ Die Wohnung gibt es meist nicht, oder sie gehört nicht dem Anbieter.
- Kaution. Eine echte Kaution wird bei der Unterschrift gezahlt, nicht, um einen Besichtigungstermin zu bekommen.
- „Die erste Monatsmiete als Reservierung“. Derselbe Trick, größerer Betrag.
- Gebühr für die Schlüsselübergabe. Die Schlüssel kommen per Kurier oder von einem Freund, gegen eine kleine Gebühr, die jetzt fällig ist.
- Gebühr für die Adresse. Wenn die Adresse bis zur Zahlung geheim bleibt, ist die Wohnung wahrscheinlich nicht echt.
- Besichtigungsgebühr. Du zahlst für einen Termin, um eine Wohnung zu sehen.
- „Versicherung“, „Reinigung“ oder „Verwaltung“ im Voraus. Erfundene kleine Extras, die testen sollen, ob du überhaupt zahlst. Auf die erste kleine Zahlung folgt oft eine größere.
- „Registrierungs-“ oder „Mitgliedsgebühr“ einer Agentur, bevor dir eine einzige Wohnung gezeigt wurde. In manchen Ländern ist das illegal; überall ist es ein Warnzeichen.
Kleine Beträge sind nicht sicherer. Eine niedrige Gebühr soll sich wie ein Risiko anfühlen, das sich lohnt. Meist ist sie die erste von mehreren Zahlungen.
Wie diese Maschen insgesamt funktionieren, steht in Mietbetrug vermeiden. Die Anzeichen im Inserat selbst findest du in Fake-Inserate erkennen.
Was üblich ist und wann
Hast du die Wohnung gesehen und dich entschieden, sie zu nehmen, sind manche Zahlungen normal. Die typische Reihenfolge sieht so aus:
- Besichtigung. Du siehst die Wohnung und triffst den Vermieter oder Makler. Du zahlst nichts.
- Bewerbung. Du schickst Unterlagen (Ausweis, Einkommensnachweis, Referenzen). An den meisten Orten zahlst du noch immer nichts. Manche Länder erlauben eine Gebühr für Referenzprüfung oder Bonitätsauskunft, oft mit Obergrenze; siehe die Länderseite.
- Vertrag. Du liest und unterschreibst einen schriftlichen Vertrag, in dem Vermieter, Miete, Kaution und Termine stehen.
- Zahlung bei der Unterschrift. Du zahlst die Kaution und die erste Monatsmiete und manchmal eine Maklerprovision, wo das erlaubt ist.
- Schlüssel. Du bekommst die Schlüssel und im besten Fall ein Übergabeprotokoll mit Fotos.
Fast alles an den Beträgen ist von Land zu Land verschieden: wie viele Monatsmieten Kaution ein Vermieter nehmen darf, ob die Kaution bei einer staatlichen Stelle oder auf einem Treuhandkonto angelegt werden muss, ob Mietern überhaupt Maklerprovisionen berechnet werden dürfen und ob die Miete im Voraus oder am Monatsende gezahlt wird. Die Länderseiten zeigen die Regeln für jedes Land, zum Beispiel Spanien, das Vereinigte Königreich und Deutschland. Alle übrigen findest du in der Länderübersicht.
So zahlst du sicher
Wenn du zahlst, dann nachverfolgbar und passend zum Vertrag.
- Zahle per Überweisung oder Karte, nie bar an jemanden, den du einmal getroffen hast, und nie mit Kryptowährung, Geschenkkarten oder Geldtransferdiensten.
- Zahle erst nach der Unterschrift eines schriftlichen Vertrags.
- Zahle an den, der im Vertrag steht. Kontoinhaber sollte der Vermieter oder die eingetragene Agentur sein, die im Vertrag steht. Weicht der Name ab, frag nach dem Grund, bevor du zahlst.
- Lass dir jede Zahlung quittieren, mit dem Zweck (Kaution, Miete für welchen Monat, Gebühr).
- Bewahre Kopien von Vertrag, Quittungen und allen Nachrichten auf, bis lange nach dem Auszug und der Rückzahlung deiner Kaution.
Die Ausnahme, nach der alle fragen: die Reservierungsanzahlung nach einer Besichtigung
Auf manchen Märkten geht eine Wohnung an den ersten Bewerber, der fest zusagt, und Agenturen nehmen eine Reservierungsanzahlung, um die Wohnung vom Markt zu nehmen, während sie deine Referenzen prüfen und den Vertrag vorbereiten. Das kann seriös sein, aber nur, wenn alles Folgende zutrifft:
- Du hast die Wohnung bereits besichtigt, persönlich, oder eine Vertrauensperson hat es getan.
- Die Agentur ist überprüft: Sie hat ein echtes Büro, steht im Handelsregister oder auf der einschlägigen Zulassungs- oder Mitgliederliste, wo es eine gibt, und das Konto lautet auf den Namen der Agentur.
- Du bekommst eine schriftliche Quittung, in der Betrag, Wohnung und die Bedingung für die Rückzahlung stehen, etwa „voll erstattet, wenn der Vermieter ablehnt oder der Vertrag nicht binnen sieben Tagen unterschrieben wird“, und ob sie auf die Kaution oder die erste Miete angerechnet wird.
- Der Betrag ist maßvoll. Manche Länder deckeln Reservierungsanzahlungen; siehe die Länderseite.
Wenn eine Agentur die Rückzahlungsbedingung nicht schriftlich festhält, zahle nicht. Eine Reservierungsanzahlung an eine Privatperson, die du einmal getroffen hast, oder für eine Wohnung, die du nicht gesehen hast, ist nicht diese Ausnahme, sondern der Betrug.
Wenn du schon gezahlt hast
Wenn du vor einer Besichtigung gezahlt hast und jetzt Betrug vermutest, schick kein weiteres Geld, um die erste Zahlung „freizugeben“ oder eine neue Gebühr zu begleichen; so wachsen die Verluste. Ruf noch am selben Tag deine Bank an und bitte um den Rückruf der Überweisung oder eine Rückbuchung (Chargeback), erstatte Anzeige bei der Polizei und melde es dem Portal, auf dem du das Inserat gefunden hast, und bewahre jede Nachricht und jede Quittung auf. Die Schritte stehen vollständig in Mietbetrug vermeiden, und auf jeder Länderseite steht, wo du den Betrug meldest.
In einem Satz
Keine Besichtigung, keine Zahlung; nach einer Besichtigung nur auf nachverfolgbarem Weg, nur nach der Unterschrift, nur an den genannten Vermieter oder die genannte Agentur und nur gegen Quittung. Wir können nie garantieren, dass ein Inserat, eine Agentur oder ein Vermieter seriös ist. Halte diese Regeln also auch dann ein, wenn alles stimmig aussieht. Suchst du aus einem anderen Land, zeigt dir unser Ratgeber Aus dem Ausland mieten, wie du eine Besichtigung ohne eigene Anwesenheit hinbekommst.
Häufige Fragen
Soll ich eine Reservierungsgebühr zahlen, um mir eine Wohnung zu sichern?
Nicht, bevor du sie gesehen hast. Eine Reservierungsgebühr für eine Wohnung, die du nicht besichtigt hast, ist die häufigste Masche beim Mietbetrug. Nach einer Besichtigung kann eine Reservierungsanzahlung an eine überprüfte Agentur in manchen Ländern üblich sein, aber nur mit schriftlicher Quittung und einer klaren Bedingung für die Rückzahlung.
Wann zahlt man beim Mieten die Kaution?
In der Regel bei der Vertragsunterzeichnung, zusammen mit der ersten Monatsmiete und nachdem du die Wohnung gesehen hast. Wie hoch die Kaution sein darf und wo sie angelegt werden muss, ist von Land zu Land verschieden; auf der Länderseite stehen die Regeln.
Ist es normal, eine Maklerprovision zu zahlen?
Das hängt vom Land ab. Manche Länder verbieten Maklerprovisionen für Mieter oder lassen den zahlen, der den Makler beauftragt hat, meist den Vermieter; andere erlauben sie. Eine Registrierungsgebühr, bevor du irgendeine Wohnung gesehen hast, ist fast überall ein Warnzeichen.
Wie zahle ich Miete und Kaution am sichersten?
Per Überweisung oder Kartenzahlung an den Vermieter oder die Agentur, die in deinem unterschriebenen Vertrag stehen, mit Beleg. Meide Bargeld, Kryptowährung, Geschenkkarten und Geldtransferdienste und prüfe, ob der Name des Kontoinhabers zum Vertrag passt.